Großer Überblick zur Eröffnung des BIEN-Kongresses

Als erster Redner eröffnet das Netzwerkratsmitglied des Netzwerk Grundeinkommen, Reimund Acker den internationalen Grundeinkommenskongress. Circa 200 BesucherInnen haben sich im Festsaal versammelt um gemeinsam in den inhaltlich umfangreichen Kongress zu starten.

Neben Gruß- und Willkommensworten u.a. durch das BIEN-Exekutivkomitee (vertreten durch Ingrid van Niekerk) oder auch von Ottobrunns zweiter Bürgermeisterin Monika Modrow-Lange, erfolgt gleich zu Beginn der Tagung die Aufforderung an das Publikum sich doch gerne in die Netzwerksarbeit einzubringen. Der BIEN-Vorsitzende Karl Widerquist lädt alle Anwesenenden hierzu recht herzlich ein.

 

Weiter geht es mit inhaltlichen Einstimmungen: Sowohl die Verbandsvertreterin der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschland, Sabine Schiedermair, als auch der Sprecher der Grünen Jugend Karl Bär tragen mit allgemeinen Anmerkungen, Überlegungen und Ideen wesentlich zur Einstimmung auf das Thema „Wege zum Grundeinkommen“ bei. Karl Bär betont hierbei insbesondere, dass es wichtig sei Debatten zu gewinnen bzw. zu führen, auch wenn man glaube stets gegen Mauern zu rennen.

 

Genau hieran knüpft der Hauptredner Götz Werner inhaltlich und gedanklich an, zumindest im übertragenen Sinne. Notwendig für die Realisierung eines Grundeinkommens sei das Denken eines Prozesses und hierfür sei dieser Kongress da: Der Prozess des Grundeinkommens müsse gedacht werden. In diesem Zusammenhang spricht der dm-Gründer von einer kopernikanischen Wende, einem schwierigen Zeitenwandel, das sei die die eine Herkulesaufgabe. Zentral hierbei, so Werner, sei die Aufgabe aller hier Anwesenden möglichst viele andere Menschen dazu zu motivieren die Idee eines Grundeinkommens zu denken. In gewissem Sinne folglich eine „persönliche ergebnisoffenen Forschungsfrage“ zu formulieren, in welcher Gesellschaft sie leben möchten. Jeder Einzelne setzt sich mit dem Thema auseinander. Werde dies zum Trend, so Werner, ist der Wandel da bzw. wohl kaum noch aufzuhalten. Jener Wandel, der notwendig ist damit Paradigmen in Frage gestellt werden (können). Hier hat Werner recht. Der erste Schritt ist die Fähigkeit, andere Perspektiven einnehmen zu können und zu wollen, ohne dabei ideologisch aufzutreten. Götz Werner nennt ein Beispiel: Wer Einkommen nicht als Bezahlung von Arbeit, sondern als Ermöglichung von Arbeit sieht, dem eröffnen sich neue Horizonte. Eine einladende Perspektive.

 

Insgesamt ist die Eröffnung ein interessanter und auch unterhaltsamer Impuls für die folgenden inhaltlich spezifizierteren Workshops.

 

Diese wie andere Veranstaltungen werden per Video festgehalten und in der Folge auf unserer Homepage zu sehen sein.

 

von Natalie Pavlovic